Von der „Bäckerblume“ über den „Musikexpress“ bis hin zur „Testcard“ war er 2011 überall zu finden: der britische Musikjournalist Simon Reynolds mit
seinen Stillstandsthesen zur Popmusik. Sein jetzt schon klassisch zu nennendes Buch „Retromania. Pop culture’s addiction to its own past“ (noch nicht übersetzt) bewegte alle, die sich mit Musik auseinandersetzen. Alles schon einmal dagewesen? Nichts Neues mehr unter der Sonne? Das Internet als bloßes Archiv und Museum? Steht Musik noch im Zentrum? Gibt es einen Soundtrack zur Revolution?
Seit diesem sehr lesenswerten Buch, so mein Eindruck, häufen sich die Beiträge, die auf „neue Musik“ explizit hinweisen. Hey, es gibt sie! Da, schaut her!! Exemplarisch sei hier der Artikel „Elektro Global – Bastards mit fetten Bässen“ von Christoph Twickel auf SPON genannt, der dank youtube und Soundcloud ein Mal um die Welt düst und dem geneigten Leser exotische Mitbringsel wie Electrochampeta oder Tribal Guarachero vor den Latz haut.
Was sagt Simon Reynolds selbst? Gibt’s da doch noch was? Was war frisch in den Nullern? In einem Interview in der „Testcard“ (in der aktuellen Ausgabe #21 „Überleben“) fallen Namen wie Terror Danjah, Mala, Loefah, Black Dice, Gang Gang Dance, Animal Collective, Dizzee Rascal, RUFF SQWAD und andere. „Aber die Anzahl an Musiker_innen, die Musik produzieren, bei der man das Gefühl hat, dass man sie nie zuvor gehört hat, ist kleiner geworden“, so Reynolds.
Hier ein großer, mächtiger UK-Grime-Track von Terror Danjah mit – wer immer sie ist – Laura Mason:
Simon Reynolds im „Testcard“-Interview: „Ich mag Mala und Loefah, besonders Tunes wie „Bombay squad“ fand ich neu und erfindungsreich.“ Here it is:
Ab jetzt wird auch FADC in loser Folge „neue Musik“ featuren.































