Marion Elliot, die sich wie unter Punks üblich einen Kunstnamen zulegte und sich nach dem Kunststoff Polystyrol benannte, starb am Ostermontag mit nur 53 Jahren an Brustkrebs. Poly Styrene war in jungen Jahren Sängerin und Gründerin der Londoner Punkband X-Ray Spex, die es auf ein sehr gutes Album brachten. Und auf eine der besten Singles („Oh bondage, up yours“) nicht nur der Punkjahre. 1980 veröffentlichte Poly Styrene ihr erstes Soloalbum „Translucence“. Kein Punk, statt dessen Reggae, World Beat, jazzige, poppige Songs, sehr relaxt und ätherisch … Für mich eins der besten Alben der an guten Alben eh reich gesegneten Post-Punk- und New-Wave-Jahre. Danach ging Poly Styrene zu den Hare Krishnas, nahm sporadisch hier eine Single, mal dort einen Song auf, zwischendurch gab es in den Neunzigern eine kurze X-Ray-Spex-Reunion. Ganz aktuell hatte Poly Styrene noch einmal ein musikalisches Comeback in Angriff genommen, ihr zweites Soloalbum „Generation Indigo“ war draußen, erntete gute Kritiken. Jetzt ist sie tot. Ihr schmales Werk wird bestehen bleiben, war Poly Styrene doch eine der großartigsten Figuren und Songwriterinnen und Sängerinnen der Rock’n’Roll-Geschichte.
































